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alphabetisch geordnet

Ing. BUCHER Herbert
DIXER Alfred
Dent. PEGAM Josef
SCHÖNLIEB Hans



under-construction.gif Ing. Bucher Herbert


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Dixer Alfred

Von der Beliebtheit des stets fairen und hilfsbereiten Klubmitglieds zeugen die vielen, liebevollen Spitznamen wie „Dixi“, „Alfi“ oder „Kinki“ die sich unser Dixer im Laufe der Zeit erworben hat.
Schon zu Lebzeiten war Kinki – ebenso wie unser unvergessener „Bleifuss“ Hansi Schönlieb – eine Klub-Legende. 1968 war er eines der sieben Gründungsmitglieder des 1. C.A.R. Teams Ferlach und einer der eifrigsten Gaspedaltreter und Schrauber. Diese Liebe zum Motorsport hat er sich bis zuletzt erhalten.


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Dixer: "... und dannist der Puch
ganz leicht geworden!" - v.l.n.r.
Dixer, Koschutnig, Schönlieb,
Juch



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Gratulationen für Dixer - v.l.n.r.
Dixer, CTF-Gründer Figura,
Pegam jun.



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Prost ! - Kontrollen waren 1968
noch nicht so streng wie heute













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Carrera RS - upside down



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Ende eine Rallye














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Von einem der ersten Rallye-Einsätze des 1968 gegründeten 1. C.A.R. Teams Ferlach berichtete der damalige Obmann „Figi“ Figura: „Eine der ersten gemeinsamen Rallies, an denen unser Klub teilnahm war eine Rallye in die Steiermark; mit drei oder vier Fahrzeugen, alles Puch 500, wollten wir daran teilnehmen. Aber bevor wir von Ferlach abbrausen konnten, hiess es warten, auf wen ? – Natürlich auf Dixi, denn der hat, wie immer, noch zur vereinbarten Abfahrtszeit an seinem Pucherl herum geschraubt. Ohne Probleme oder Pannen sind alle Piloten des Klubs in der Steiermark angekommen und bei der Rallye gestartet. Da Dixi war mit seinem Auto zwar nicht der Schnellste, aber er hat tapfer Gas gegeben.
Da ich nach ihm gestartet bin, habe ich ihn auf einmal neben der Strasse stehen sehen, den Motorraumdeckl von seinem Puch hinten weit offen und er selbst zur Hälfte im Motor drinnen. „Fahrt´s weiter“ hat er gerufen als wwir stehen blieben um eventuell helfen zu können „ich komm schon zurecht“.
Später haben wir den Vorfall recherchiert: Dem Dixi ist die Batteriehalterung seines Puch gebrochen und die Batterie ist auf den Motor gefallen. - Normalerweise bist mit dem Schaden aus dem Rennen. Nicht so unser Kinki ! - Zuerst hat er mit einem abgerissenen Ast von ca. 2 m Länge die Batteriehalterung wieder auf ihren Platz gehebelt. Dann wurden der Ast und die Batteriehalterung mit Draht fixiert (Draht war beim Alfi immer dabei, weil irgendwas ist immer zu Bruch gegangen und musste fixiert werden). Zum Schluss hat er noch den Motorraumdeckl mit Draht festgebunden, weil der konnte nicht mehr verschlossen werden weil ja der 2 m lange Ast aus dem Motorraum ragte. Dann ist der Dixi weiter gedüst, und der junge Baum, der nach wie vor kerzengerade aus dem Motorraum wuchs, verlor im Fahrtwind langsam seine Blätter – Wir haben in der Zwischenzeit nach der Zielankunft nicht mehr damit gerechnet, dass der Dixi noch auftaucht, aber er ist dann doch mit ziemlicher Verspätung im Ziel angekommen!
Die große Überraschung ist dann bei der Siegehrung gekommen: - Sieger der Klasse bis 500 ccm war nämlich unser Dixi !!“
Wie das? - Dazu Figi:
„Bei dieser Rallye hat’s damals noch geheime Radarkontrollen gegeben, die zu die SP-Zeiten dazu gezählt worden sind und in die wir alle rein gerasselt sind. Alle ausser dem Dixi, denn wie er endlich gekommen ist, hat die Polizei ihr Radar schon längst abbaut.“
Das war typisch Kinki - kämpfen bis wirklich nichts mehr geht; in dem o.a. Fall hat es sich für den tapferen Motorsport-Idealisten wenigstens gelohnt !

1971 ist der Alfred als Testfahrer zu Porsche nach Deutschland gegangen und - wir haben es alle nicht glauben können - mit einem geilen Porsche RS ist er zurück gekommen ! Dixi baute dieses Spitzenauto der damaligen Zeit bei Porsche Stuttgart selbst zusammen. Ganze 15 Carreras liefen vom Fliessband; Nummer 16 war, wie im Zulassungsschein vermerkt, der von Dixi.
Mit dem Boliden hat er dann auch mit Hansi Schönlieb als Beifahrer an der Karawankenrallye teil genommen und mit der damaligen Nummer 1 des Kärntner Motorsports, Klaus Russling, um den Sieg gekämpft; auf einem sicheren zweiten Platz liegend  blies Kinki zu einer Attacke auf den führenden Russling und legte dabei in Zell Terkl auf einer regennassen Wiese seinen Porsche auf´s Kreuz.. Dixi wollte noch mit dem etwas ondulierten Wagen weiterfahren - „Aufgeben gibt´s nicht“ - aber der Hansi ist abgesprungen „..Mit dem Narren fahr ich keinen Meter mehr!“
Seit damals hatte er auch noch den – nicht böse gemeinten - Spitznamen „Katastrophen-Dixer“ weg.
Zum Thema Katastrophen noch eine andere Story: Porsche-Motor für den Service zerlegt, sauber gewartet, wieder zusammen gebaut, dabei aber leider auf den Kupferring der Ölablassschraube vergessen; nach dem Starten des Motors und dem Losfahren war die Schraube weg und der Motor kaputt.
Dixers Traum an der African Safari Rallye teilzunehmen, ging nie in Erfüllung. Zuerst hinderte ihn ein schwerer Trainingsunfall nahe Ferlach daran, später bekam er seinen Subaru nicht aus dem Zoll von Mombasa, Kenia.
Noch wenige Wochen vor seinem Ableben sprach Alfred von einem Comeback in die Autocross-Szene, in der er durch mehrere Jahre mit seinem Allrad-Subaru ein fixer Bestandteil war.

Am 18. Februar 2011 mussten wir – völlig unerwartet – unser Gründungsmitglied Alfred Dixer
verabschieden. - Schlusswort des Sprechers bei der Verabschiedung im Parkfriedhof Ferlach: „Alfred, jetzt triff´st da oben den Schönlieb Hansi wieder; Du und Hansi werdet Euch sicherlich viel zu erzählen haben !“

Aber auch nach seinem Ableben sorgt Alfi noch immer für Schlagzeilen:

Kronen-Zeitung vom 07.07.2012
Kronen-Zeitung vom 08.07.2012



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"Dente Pepe" immer fröhlich ...

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... und auch bei Klubabenden  als Zahnarzt "im Dienst"

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1970 "Abflug" zur Monte Carlo Rallye mit Hugo Rom

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Rennleiter  Pegam mit Figi Figura bei der Autocross-Siegerehrung

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1980 "Dente" als Sprecher beim Corso "50 Jahre Stadt Ferlach"

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1983 - 15 Jahre CTF. Obmannstv. Pegam und der Vorstand gratulieren Obmann Figura

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Pepe und seine Linde ...

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--- auch bei Strassenreparaturen dabei

Dent. Pegam Josef

Dente Pepe – Benzin und Leidenschaft im Blut

Gerry Pegam, Trial-Gemse und Neffe unserer Klub-Legende Dente-Pepe hat die nachstehenden Zeilen zusammen mit der Redaktion verfasst:
„Dentist Josef Pegam war in ganz Ferlach bekannt als DER Dente-Pepe zu dem man ging, wenn einen die Beisserchen marterten und der mit seinem Humor und seinen flotten Sprüchen während der Zahnbehandlung das unvermeidliche Bohren zwar nicht schmerzfrei aber erträglicher machte.

Geboren wurde Josef Pegam 1927 in Ferlach als Sohn eines Büchsenmachers. Durch den 2. Weltkrieg hat er schon früh den Vater verloren. Was ihn letztendlich Dentist werden ließ konnte ich nicht mehr zuverlässig recherchieren – war es der Spass den er hatte wenn er seine wehrlosen Patienten mit seiner guten Laune und seinen Witzen aufheitern konnte oder einfach die Tatsache, dass er jedem Menschen helfen wollte – ich weiss es nicht. Auf jeden Fall hat er diesen Beruf bis ins hohe Alter in Ferlach mit viel Hingabe ausgeübt.

Als mein Onkel war er eine Persönlichkeit, zu der ich stets mit Bewunderung aufsah. Er hatte immer flotte Autos, war fast überall dabei wo ein Motor geraucht hat. Seine große Leidenschaft galt der Marke BMW und dem Rallyesport.
Es gibt in den Familienalben zwar auch ein Foto am Lenkrad eines Ford 17M, aber wahrscheinlich handelt es sich dabei um ein Fake oder einen kleinen „Ausritt“ des Dente. Aber eigentlich habe ich den Pepe nur hinterm Steuer diverser BMW’s in Erinnerung. Ein highlight dabei war sicher der BMW 2002er – das muss so um 1970 herum gewesen sein. In rot. An die Probefahrt, auf welche er mich mit meinem Vater, seinem Bruder, mitgenommen hat,  kann ich mich noch heute erinnern, so als wär’s gestern gewesen. Im Görtschacher Wald drehten die Hinterräder auch noch beim Schaltvorgang vom 2. in den dritten Gang voll durch! Sowas kannte ich bis dato nicht. … Im darauffolgenden Winter war er dann wieder mal etwas flott bei Glatteis mit dem BMW unterwegs und hat dann im Hollenburger Wald die Stabilität eines BMW-Daches getestet; die ist solide, Pepe stieg unverletzt aus dem auf dem Dach liegenden Fahrzeug und bestellte gleich einen identischen roten 2002er, damit ja keiner was merkt…….(hat auch keiner, ist erst jetzt der Redaktion bekannt geworden).

Zwangsläufig wurde auch sein Sohn Herbert und ich mit dem Benzinbazillus infiziert. Dente Pepe’s Leidenschaft für BMW und den Rallyesport dauerte so lange und war so groß, dass er es sogar durchsetzte, dass sein erster Enkel auf den Namen „Achim“ – nach Achim Warmbold, damals ein erfolgreicher BMW-Treter, getauft wurde. Achim Mörtl machte diesem Namen Jahre später alle Ehre und wurde mehrfacher Österreichischer Rallye-Staatsmeister. Mit großem Stolz hat der Dente-Pepe diese Karriere verfolgt die er von Beginn an tatkräftig unterstützte.
Darüber hinaus förderte er in den 70er Jahren auch die Rallyeambitionen des Freundes seiner Tochter Gerlinde, unseren unvergessenen „Bleifuss Hansi“ Schönlieb. Dessen Aufkleber „JPS-Rallye Team“ standen daher nicht etwa für die Zigarettenrima „John Player Special“ sondern für „Josef Pegam Special Rallye Team“.

Wenn er mal Urlaub gemacht hat, dann musste es Griechenland sein. Natürlich wurde dieser Urlaub immer mit der Akropolis-Rallye abgestimmt. Aber auch bei der Hunsrück-Rallye in Deutschland oder bei der Monte Carlo Rallye in Monaco – er war stets dabei. Und immer mitten im Geschehen. Als Dokumentation und Souvenir war seine rote C.A.R.-Team-Jacke von allen Rallyegrössen dieser heroischen Zeit signiert worden wie z.B. von Ari Vatanen, Walter Röhrl oder Stig Blomqvist um nur ein paar zu nennen.

Von Anfang an war Dente Pepe auch intensiv ins Clubleben des 1. CAR Team Ferlach integriert. Es gab keine Clubveranstaltung – beginnend mit den ersten Bob- oder Rodelrennen des Klubs Ende der Sechziger – wo er nicht dabei war. Zu Beginn noch unterstützend und helfend im Organisationteam integriert hat er später die Leitung einzelnen Veranstaltungen übernommen. So war er jahrelang der Rennleiter großer und erfolgreicher Motorsportevents unseres Clubs wie z.B. des Autocross Hollenburg oder der Karawankenrallye, beides FIA-Europameisterschaftsläufe.
Als begeisterter Schmalfilmer hat er viele Veranstaltungen auch filmisch festgehalten, zum Glück schon früh auch mit Ton. Seine trockenen Kommentare waren legendär, und viele Spitznamen haben darin ihren Ursprung“.

Die Redaktion hat sich die Mühe gemacht Pepe´s Kommentare, die er auf seinen Film über einen klubinternen Slalom auf dem Gelände der Firma Griesser in Klagenfurt Im Jahr  1973 direkt auf den Film gesprochen hat, zusammen zu stellen:
Rennleiter und Slalommanager Hugo Rom setzt zu seinem Slalomlauf an …
Dente Pepe:
„Jetzt kummt da Hugo und dea is jetzt richtig haaß. Und ma siacht, er kann nit nur guat brems´n. –  Na ja, die Ideallinie is des ja nit grad aba er gibt Gas und Gas und Gas !“
Hugo verfährt sich, da er ohne Streckenschrieb unterwegs ist und verglüht im Out.
Dente Pepe:
„Jetzt is er a bissl daneb`n gfahrn. – Ha, ha, ha – Des kummt davon wann ma soooo haaß is. –Was is´n jetzt los ? Jetzt fohrt a die ganze Streckn wieda verkehrt z´ruck, des hamma bis jetzt no nia g´habt !“
Hugo fährt rücklings die ganze Strecke zum Start zurück und erklärt dass die Kupplung nicht funktioniert hat und er daher nochmals starten muss.
Dente Pepe:
„Aha jetzt gibt´s an Neustart. Als Rennleiter is da Hugo ja nia um a Ausred verleg´n“
Hugo startet mit viel Gas und Wut im Bauch zum zweiten Versuch.
Dente Pepe:
„Jetzt geht´s scho viel bessa ! Ma siacht, ma muass nur oft genug trainieren und da Hugo is jetzt a so richtig haaß wurd´n".
Inzwischen sucht Hugo verzweifelt wie es zwischen den Slalomtoren weiter geht.
Dente Pepe:
„Na so nit, so nit !"  
usw.

Als Klubgründer und Langzeit-Obmann – seit 1968 – D.Ing. Gerd Figura 1985 aus beruflichen Gründen den Vorsitz des CAR Teams abgeben musste, war der Dente Pepe zur Stelle und sprang auch noch als Klubobmann in die Bresche.

Seine Gattin Linde hat das alles brav mitgemacht und unterstützt und auch  selbst das eine oder andere Mal mitgeholfen; ebenso wie Dentist Pegam war sie sich nicht zu schade bei der Reparatur von Strassenschäden durch die Karawankenrallye selbst Hand anzulegen. Noch unter Pepe´s Leitung war das 1. C.A.R. Team Ferlach eine kleine aber gut funktionierende Familie in die viel Idealismus und Arbeit eingebracht wurde

2008 ist Pepe nach langer und schwerer Krankheit – welche er und seine engsten Familienangehörigen in bewundernswerter Weise ertragen haben – von uns gegangen. Wir alle vermissen ihn und seinen unerschütterlichen Humor.
Wir sind aber sicher, dass das „reset“ des 1. C.A.R. Team Ferlach unter der Führung der neuen Obfrau Henny Bucher und die Bemühungen der DRIFT- und Internet-Redaktion von Gerd Figura seine volle Zustimmung finden ! Wahrscheinlich sitzt der Dente Pepe da oben irgendwo auf einer Wolke und sieht dabei wohlwollend lächelnd zu“.
Einen Kommentar wie “Jetzt sad´s ihr dran; gebt´s Gas und Gas und Gas !“, sähe ihm ähnlich.

 

 




under-construction.gif Schönlieb Hans